Anlage-Kolumne

«Immobilien bleiben gefragt»

Der Schweizer Immobilienmarkt boomt seit Jahren. Wie können Anlegerinnen und Anleger davon profitieren? Antworten gibt Nico Reckermann, Portfolio Advisor bei der Glarner Kantonalbank.

Immobilien werden auch «Betongold» genannt. Verdienen sie diese Bezeichnung?

Nico Reckermann: Immobilien und Gold sind beides wertstabile Sachwerte, die grundsätzlich nicht anfällig für kurzfristige Börsenschwankungen sind. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: Während Gold keine direkten Renditen abwirft, können Immobilien bei Vermietung regelmässige Mieteinnahmen generieren. Bei Wohnimmobilien sind diese zudem an den Referenzzinssatz gekoppelt. Steigt die Inflation, hebt die Nationalbank oft die Zinsen an, was zu höheren Mieten führt.

Was ist für Anlegerinnen und Anleger grundsätzlich attraktiver: Geschäfts- oder Wohnimmobilien?

Bei Wohnimmobilien sind die Mietzinse Restriktionen unterworfen, die Renditen sind daher beschränkt. Die Nachfrage nach Wohnungen ist aber gross. Geschäftsimmobilien werfen höhere Renditen ab, allerdings schwankt die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien stärker mit dem Konjunkturzyklus. Ideal ist, wenn man diversifizieren kann. Bei der Glarner Kantonalbank setzen wir auf Produkte mit einem Mix aus Wohn- und Geschäftsimmobilien.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Immobilien zu investieren. Was halten Sie von Aktien von Immobiliengesellschaften?

Die Schweiz verfügt über starke Immobiliengesellschaften mit überzeugenden Portfolios. Die Kursentwicklungen der Immobilienaktien waren in letzter Zeit sehr erfreulich und haben den fairen Wert zum gegebenen Zeitpunkt weitgehend erreicht. Daher sehen wir das Gewinnpotenzial als begrenzt an und empfehlen diese Aktien derzeit nicht aktiv.

Und Immobilienfonds?

Immobilienfonds sind eine gute Anlagemöglichkeit. Ein klarer Vorteil eines solchen Gefässes ist die hohe Diversifikation im Vergleich zu einer Anlage in Einzeltitel. Auch bei Fonds gilt jedoch immer, dass beim Investieren das persönliche Risikoprofil berücksichtigt werden muss.

 

Und wie sinnvoll sind aus Ihrer Sicht Direktinvestitionen, wenn man eine Immobilie zur Weitervermietung kauft?

Eine Wohnung zu kaufen, um sie zu vermieten, kann langfristig eine sehr gute Anlage sein – wenn man es sich leisten kann. Sie generiert durch die Mieteinnahmen einen kontinuierlichen Cashflow, und je nach Lage steigt der Wert der Wohnung. All dies muss jedoch sauber kalkuliert werden. Es sollte auch bedacht werden, ob man im Fall der Fälle während einer gewissen Zeit ohne Mieteinnahmen auskommen kann. Unvorhergesehene Situationen können immer auftreten – und der Aufwand, den die Verwaltung von Immobilien mit sich bringt, ist nicht zu unterschätzen.

In der Schweiz wird in letzter Zeit immer wieder über eine allfällige Immobilienblase diskutiert. Gibt es eine solche tatsächlich und könnte sie platzen?

Die Glarner Kantonalbank beschäftigt sich stark mit dieser Frage. Banken sind ja massgeblich am Immobilienmarkt beteiligt. Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine Blase oder dafür, dass die Preise einen Plafond erreicht haben. Immobilien in der Schweiz sind weiterhin gefragt und das wird aller Voraussicht nach auch so bleiben.

Wenn ich als Kleinanleger oder -anlegerin in Immobilien investieren möchte: Was empfehlen Sie mir?

Ich würde einen breit abgestützten Immobilienfonds empfehlen. Damit profitieren Sie langfristig von den Mieterträgen und einer möglichen Wertsteigerung der Liegenschaft.

Immobilien bleiben gefragt. Als wertstabile Sachwerte bieten sie neben Stabilität auch die Möglichkeit regelmässiger Erträge durch Mieteinnahmen. Die Nachfrage in der Schweiz bleibt hoch.
Professionelles GLKB-Porträt vor grauem Hintergrund.
Nico Reckermann, Portfolio Advisor bei der Glarner Kantonalbank
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