«Das Alter ist nur ein Faktor unter vielen»
Viele ältere Menschen kennen sich in Finanzdingen aus. Benötigen sie überhaupt eine professionelle Vermögensverwaltung?
Giuseppe Gatto: Beim Anlegen entscheiden viele Faktoren über den Erfolg, nicht nur Kenntnisse. Unserer Erfahrung nach sind die grösste Herausforderung die Emotionen – zum Beispiel Panik bei fallenden Kursen, die zu überhasteten Verkäufen führen. Es ist verständlich, dass Gefühle hochkommen, wenn es ums eigene Vermögen geht. Professionelle Vermögensverwalter agieren hingegen diszipliniert und sachlicher. Ein anderer Faktor beim Anlegen ist der Zeitaufwand. Wer die Vermögensverwaltung delegiert, muss die Märkte nicht mehr selbst verfolgen.
Wodurch unterscheidet sich die Vermögensverwaltung für ältere Personen von jener für Jüngere?
Das Alter spielt bei der Vermögensverwaltung zwar eine Rolle, entscheidend ist jedoch immer die persönliche Situation. Ältere Menschen haben häufig mehr Vermögen angespart und verfügen über einen grösseren Erfahrungsschatz. Gleichzeitig stehen bei ihnen seltener finanzielle Meilensteine an wie ein Hauskauf oder der Schritt in die Selbstständigkeit.
Geht es auch bei älteren Menschen manchmal um Vermögensaufbau – oder nur noch um Kapitalerhalt und -verzehr?
Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass man im Alter kein Vermögen mehr aufbaut, sondern es aufbraucht. Wer heute pensioniert wird, lebt statistisch gesehen noch über 20 Jahre lang. Das ist ein langer Anlagehorizont, den es zu nutzen gilt. Aber natürlich: Alles ist sehr individuell. Reicht die Rente nicht, muss das Vermögen geordnet verzehrt werden.
Wie wird ein Vermögensverzehr organisiert?
Im Prinzip geht es um drei Elemente. Erstens um Liquidität: Wie viel Geld muss kurz- und mittelfristig zur Verfügung stehen? Entscheidend ist da das Verhältnis zwischen Einkommen und Bedarf. Zweitens geht es um die Vermögenssubstanz: Welcher Teil des Vermögens muss defensiv angelegt werden, etwa in Obligationen? Und dann geht es drittens um die Vermögensoptimierung. Dabei spielen nicht nur kapitalaufbauende Anlagen, sondern zum Beispiel auch steuerliche Aspekte eine Rolle. Hat man einmal eine gute Strategie gewählt, muss diese kaum noch angepasst werden; einmal im Jahr wird kontrolliert, ob sie noch stimmt.
Wie wichtig ist für Ihre Kundschaft der Gedanke, der nachfolgenden Generation etwas zu hinterlassen?
Sehr wichtig. Das bedeutet aber nicht, dass deswegen nicht mehr investiert würde. Ein Aktienportfolio lässt sich problemlos auf Nachkommen übertragen. Eine neuere Entwicklung ist, dass Menschen ihren Nachkommen immer häufiger noch zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens übertragen möchten. Auch dafür ist eine professionelle Beratung sehr sinnvoll, weil es vieles zu beachten gibt.
Bei welcher Höhe des Vermögens und in welcher Situation empfiehlt sich welche Form der Vermögensverwaltung?
Die Glarner Kantonalbank hat für jeden Bedarf ein Angebot. Mit GLKB Start ist der Einstieg bereits ab 200 Franken möglich. Für Kundinnen und Kunden mit höherem Anlagevermögen oder dem Wunsch nach einer professionellen Betreuung stehen verschiedene Vermögensverwaltungs- und Beratungslösungen zur Verfügung.
Was kostet eine Vermögensverwaltung?
Das hängt von der Art des Mandats und von der Strategie ab. Unsere Pauschalgebühren beginnen bei 0,8 Prozent des investierten Vermögens pro Jahr.
Wenn ich mich für eine Vermögensverwaltung interessiere – wie gehe ich vor?
Kontaktieren Sie uns über Ihren persönlichen Kundenberater[AS1] , unsere Website oder unsere Service Line. Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin für eine persönliche Beratung.
Nicht das Alter entscheidet über den Anlageerfolg, sondern die richtige Strategie.