«Kann etwas angelegt werden, sollte man das tun»
Wie viel Interesse zeigen junge Leute an Geldanlagen?
Rico Nievergelt: Es gibt verschiedene Gruppen. Manche möchten langfristig sparen, um sich später ein Haus leisten zu können oder um im Alter keine Sorgen zu haben. Andere sehen Geldanlagen als Spielerei und haben Spass daran, etwas auszuprobieren. Wieder andere machen sich keine Gedanken zu ihrer Vermögenssituation. Generell ist das Interesse an Finanzfragen in den letzten Jahren aber deutlich gestiegen.
Warum?
Ich sehe mehrere Gründe. Erstens berichten die Medien oft darüber, wie wichtig persönliche Vorsorge geworden ist – das motiviert viele Junge, sich mit ihrer Vermögenssituation auseinanderzusetzen. Zweitens gibt es in den Social Media viele Hobby‑Finanzberaterinnen und ‑Finanzberater, die das Thema zu den jungen Leuten tragen. Drittens spricht der Hype um Kryptowährungen gerade jene an, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind. Und viertens gibt es heute viel mehr Möglichkeiten, Geld anzulegen, als noch vor wenigen Jahren: Viele Banken ermöglichen es, bereits sehr kleine Beträge zu investieren.
Unterscheiden sich junge und ältere Anlegerinnen und Anleger hinsichtlich der Beratung? Informieren sich junge Leute vorwiegend über digitale Kanäle?
Geht es um grössere Summen, zum Beispiel aus einer Erbschaft, suchen die meisten selbstverständlich ein Beratungsgespräch auf. Viele junge Menschen haben jedoch das Gefühl, eine Beratung verursache hohe Kosten.
Und das ist nicht der Fall – auch wenn man praktisch kein Vermögen hat?
Nein, ein erstes Beratungsgespräch ist kostenlos. Schon mit wenig Geld kann viel bewirkt werden. Mit unserem Produkt GLKB Start beträgt die einmalige Anfangsinvestition 200 Franken; danach können zum Beispiel monatlich 20 Franken einbezahlt werden. Das Geld wird von uns professionell angelegt, gegen eine transparente Gebühr. Die jungen Leute sind in der Regel sehr froh, weisen wir sie auf solche Möglichkeiten hin.
Gibt es hinsichtlich der Sparformen und Anlageinstrumente Unterschiede zwischen jungen und älteren Anlegerinnen und Anlegern?
Die Risikobereitschaft ist bei Jüngeren oft höher, und das auch zu Recht – sie verfügen meist über einen längeren Anlagehorizont. Ältere Anlegerinnen und Anleger setzen gern auf Schweizer Aktien, jüngere investieren auch in US-Papiere. Zudem auch in Kryptowährungen, zu denen wir keine Empfehlungen abgeben.
Im Internet kursieren viele Videos, in denen Leute behaupten, sie wüssten, wie man mit Anlagen zu viel Geld kommt. Werden Sie in Beratungsgesprächen oft mit unrealistischen Erwartungen konfrontiert?
Das kommt schon vor. Kurzfristig schnell Geld verdienen ist selten. Ein Vermögensaufbau braucht Zeit und man sollte sich stets an seinen einmal festgelegten Plan halten. In der Regel gelingt es mir, die jungen Leute davon zu überzeugen. Denn wenn das Geldverdienen so einfach wäre, dann wären wir alle Millionäre.
Was raten Sie jungen Leuten in finanzieller Hinsicht generell?
Als Erstes empfiehlt es sich, ein Budget aufzustellen. Wenn dabei sichtbar wird, dass Geld zur Verfügung steht, das angelegt werden kann, sollte dieses entsprechend investiert werden – idealerweise nach einem Plan, der zur eigenen Situation und zu den persönlichen Zielen passt und im Beratungsgespräch erarbeitet wird. Es lohnt sich, Fachleute beizuziehen. Die Glarner Kantonalbank begleitet Sie dabei gerne.
Mein Rat: Schon mit wenig Geld kann viel bewirkt werden – ein erstes Beratungsgespräch ist kostenlos.