Produktive Anlageklassen – wenn Kapital Wert schafft
Anlegerinnen und Anleger haben die Wahl, wie sie ihr Kapital arbeiten lassen: ob mit dem Ziel der Renditegenerierung oder des Werterhalts. Es steht ihnen ein Universum von unterschiedlichen Anlageklassen zur Auswahl. Eine Garantie für Anlageerfolg besteht dabei in der Regel nicht, jedoch ist Inaktivität die sicherste Form des Verlusts. Zur Vereinfachung werden in dieser Betrachtung externe Einflussfaktoren wie Steuern oder Gebühren ausgeklammert.
Die Börse ist kein Casino. Während man beim Glücksspiel auf den richtigen Moment hoffen muss, bauen Anleger auf ein solides Fundament. Anstatt das Kapital dem Zufall zu überlassen, wird es aktiv dort platziert, wo es durch wirtschaftliche Wertschöpfung wachsen oder den Wohlstand sichern kann. Dennoch besteht auch bei Investitionen keine Garantie auf Erfolg.
Edelmetalle wie Gold oder Silber zählen zu den unproduktiven Anlageklassen, da sie keine laufenden Erträge erwirtschaften. Ihr Wert ergibt sich hauptsächlich aus ihrer begrenzten Verfügbarkeit und aus ihrer Funktion als sogenannter sicherer Hafen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Zwar finden Edelmetalle Anwendung in der Industrie oder in der Schmuckherstellung, für viele Investoren steht jedoch weniger der Gebrauchsnutzen als vielmehr die Hoffnung auf eine Wertsteigerung aufgrund der Knappheit im Vordergrund. Ähnliche Eigenschaften weisen Rohstoffe wie Erdöl oder Industriemetalle auf. Deren Preisbildung erfolgt überwiegend über Angebot und Nachfrage auf den internationalen Märkten. Auch sie generieren keine direkten Erträge, sondern werden vor allem mit dem Ziel gehalten, von Preisveränderungen zu profitieren. Kunstwerke und Sammlerstücke gelten ebenfalls als unproduktive Anlagen. Ihr Wert ist stark von subjektiven Faktoren wie Geschmack, Trends, Zustand oder Herkunft abhängig. Zudem fehlt ein klarer Ertragsmechanismus, was diese Anlageform besonders komplex und schwer kalkulierbar macht. Auch Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum werden den unproduktiven Anlageklassen zugeordnet, da sie keine laufenden Einkommen erzeugen. Ihr Marktwert basiert vor allem auf Akzeptanz, technologischem Vertrauen, begrenztem Angebot und spekulativer Nachfrage. Trotz des Fehlens laufender Erträge können unproduktive Anlageklassen in bestimmten wirtschaftlichen oder marktbezogenen Situationen eine Rolle spielen. Sie werden häufig als Wertaufbewahrungsmittel, zur Diversifikation eines Portfolios oder – mit entsprechendem Risiko – zu spekulativen Zwecken eingesetzt.
Im Unterschied dazu definieren sich produktive Vermögenswerte über ihren Beitrag zur Wertschöpfung und die daraus resultierenden laufenden Einnahmen. Charakteristisch sind regelmässige Rückflüsse in Form von Zinsen, Mieten oder Dividenden, die unabhängig von reinen Kurssteigerungen einen stabilen Ertrag liefern. Besonders für Anlegerinnen und Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont sind solche Erträge von grosser Bedeutung. Wer in produktive Anlagen investiert, beteiligt sich häufig direkt am wirtschaftlichen Erfolg. Aktionärinnen und Aktionäre sind Miteigentümer von Unternehmen und profitieren von der Herstellung von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen. Aktien bieten ein duales Ertragspotenzial. Neben Dividenden als laufende Belohnung für das investierte Kapital können Kurssteigerungen den Anlageerfolg zusätzlich steigern. Produktive Anlageklassen bilden daher eine wesentliche Grundlage für den nachhaltigen Vermögensaufbau. Sie bieten nicht nur regelmässige Einnahmen, die beispielsweise zur Finanzierung des Lebensunterhalts genutzt werden können, sondern auch die Möglichkeit langfristiger Wertsteigerungen. Zudem lassen sich erzielte Gewinne erneut investieren, wodurch ein Zinseszinseffekt entsteht. Zu den bekanntesten produktiven Anlageformen zählen Aktien. Daneben gehören auch Staats- und Unternehmensanleihen dazu, die in der Regel regelmässige Zinszahlungen leisten. Immobilieninvestitionen ermöglichen laufende Mieteinnahmen, während Infrastrukturprojekte Einnahmen beispielsweise durch Nutzungsgebühren oder langfristige Verträge generieren. Allen diesen Anlageklassen ist gemeinsam, dass sie regelmässige Erträge generieren und damit zur finanziellen Stabilität und zum Vermögenswachstum beitragen.