Anlagethema des Monats

Was ist Dropshipping?

Produkte online zu kaufen, ist heute nicht mehr wegzudenken. So dominiert der Online-Handel heute als beliebter Konsumstil und ist fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Man greift zum Handy, stöbert im Internet, informiert sich und vergleicht Angebote und Preise verschiedener Produktanbieter. Hat man das gewünschte Produkt gefunden, bestellt man es einfach elektronisch und bekommt es bequem nach Hause geliefert.
Ein Mitarbeiter in Sicherheitskleidung und Helm steht vor einer Reihe von Containern in verschiedenen Farben und überprüft ein Dokument oder Gerät. Die Container sind gestapelt und tragen Markierungen mit Zahlen und Codes, die auf ihre Größen und Gewichte hinweisen.

Diese Art der Produktbeschaffung ist nichts Neues, denn den herkömmlichen E-Commerce gibt es schon seit Anfang der 1990er-Jahre. Neu dazugekommen ist hingegen die Methode des sogenannten Dropshipping.

Käuferinnen und Käufer wünschen sich günstige, attraktive Online-Angebote mit fairen Versandkonditionen und einer schnellen Lieferung. Um diese Kundenanforderungen befriedigen zu können, stehen herkömmliche Online-Händler vor einem schwierigen Unterfangen. Mit Verteilzentren, Logistikpartnern und Aussenlagern versuchen sie, Kunden möglichst schnell und effizient zu beliefern. Doch allein die Lagerhaltung der Ware ist sehr teuer und aufwendig. Dabei kosten nicht nur die Infrastruktur und der Betrieb viel Geld, sondern auch die Beschaffung der Ware, die vorfinanziert werden muss. Vor allem Artikel mit einem geringen Lagerumschlag – also Waren, die nur selten verkauft werden und somit lange im Lager verbleiben –, sind für Online-Händler eine risikoreiche, teure Belastung, die die Marge schmälert.

Einige Händler wirken diesen Herausforderungen beispielsweise mit hochautomatisierten Logistik-Superzentren entgegen. Zudem lagern sie ausschliesslich umsatzstarke Waren, die anhand von Software, die die Warenströme analysiert, identifiziert werden. Um weitere Kosten einzusparen, versuchen Grosshändler zunehmend, die Lagerhaltung und die Logistik direkt an die Hersteller auszulagern. Dies bedeutet, dass die Händler sich insbesondere auf das Marketing und den Kundenservice vor Ort konzentrieren und die eingehenden Bestellungen direkt an den Hersteller weitergeleitet werden. Somit fällt der teure Lagerungsschritt weg. Die Ware wird direkt beim Hersteller bereitgestellt, verpackt und mit den notwendigen Dokumenten direkt an den Endkunden versendet. Dies bezeichnet man als Dropshipping.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum ein bei einem inländischen Anbieter bestelltes Päckchen nicht von diesem selbst, sondern in seinem Namen zum Beispiel direkt aus China geliefert wird? Dropshipping ist die Antwort. Dropshipping ist somit ein Geschäftsmodell im Online-Handel, bei dem Händler überwiegend als Vermittler auftreten, den Verkaufsprozess abwickeln und den Kundenservice übernehmen. Die Ware haben diese in der Regel nicht physisch in einem eigenen Lager. Stattdessen arbeiten sie mit Grosshändlern oder direkt mit den Herstellern zusammen, die für die Dropshipper die Lagerung, Verpackung und den Warenversand an den Endkunden übernehmen. Dropshipping spart dem Online-Händler Aufwand, Zeit und vor allem Kosten, während gleichzeitig das Geschäftsrisiko gesenkt wird.

Ein Online-Shop ist relativ einfach zu erstellen und ermöglicht neuen Akteuren den Markteintritt mit überschaubaren Mitteln. Dropshipping gewinnt im E-Commerce immer mehr an Bedeutung. Investitionen fliessen vor allem in die Werbung und nicht in kostspielige (Lager-)Infrastruktur und komplexe Logistikprozesse.  Das Dropshipping ermöglicht Online-Verkäufern trotz breiter Produktpalette grosse Flexibilität und Skalierbarkeit. Simultan werden Komplexität und Risiken ausgelagert. Konsequenterweise sind die Gewinnmargen aber im Gegenzug bei Dropshippern geringer als bei traditionellen Einzelhändlern.

Professionelles GLKB-Porträt vor grauem Hintergrund.

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Jana Orlik

Portfolio Advisor